Die Geschichte von GGG Voluntas

1993

Verschiedene Personen haben die Idee von individuellen Patientenverfügungen und der Hilfe „zum Ordnen der letzten Dinge“. Darunter Prof. Dr. med. Rudolf Ritz, der damalige Leiter der Intensivabteilung des Universitätsspitals Basel sowie Sigrid Feld, Mitarbeiterin auf dem Zentralsekretariat der GGG

 

Am 15. Dezember 1993 genehmigt der Vorstand der GGG das von einer Projektgruppe erarbeitete Konzept „Voluntas – Zentrum für selbstbestimmte Gestalten des letzten Lebensabschnittes“ und nimmt es als A-Projekt auf. „Menschen, die in Abhängigkeit geraten sind, sollen bekommen was sie in Freiheit entschieden haben“. Das beinhaltet die Beratung zu Patientenverfügungen und weiteren Willenserklärungen, den Willen zu klären und Dokumente zu erstellen, den Willen bei Bedarf auch durchzusetzen, Wünsche zur Wahrung von Lebensqualität zu schützen und Verfügungen sicher aufzubeaahren bei der damaligen Telefonzentrale für den Notfalldienst (TNZ) der Medizinischen Gesellschaft Basel. Im Konzept ist auch ein Begleitdienst vorgesehen zur Begleitung auf Amtstellen oder als Bezugsperson in Spital, Alters- und Pflegeheim, der aber nicht umgesetzt wird.

 

1994

Im Januar und Februar wird der erste Einführungskurs für Beratende durchgeführt.

 

1995

finden die ersten Beratungen zu Patientenverfügungen statt.

 

1997

Maggie Tapert, Freiwillige im Basel Lighthouse (Aids-Hospiz), wünscht sich eine Fortbildung zur Sterbebegleitung und fragt den Aids-Seelsorger Peter Lack an. Die Idee eines weiter gehenden Angebotes zur Ausbildung von Freiwilligen Begleiterinnen und Begleitern für Schwerkranke Menschen entsteht. Dr. iur. Andreas Linn, ehemaliger Direktor der Christoph-Merian-Stiftung stösst zur Projektgruppe.

 

„Schwerkranken Nahe sein – ein Projekt zur emotionalen und spirituellen Unterstützung von Schwerkranken und Sterbenden“ wird im Mai dem Geschäftsleiter der GGG vorgestellt.

 

Der Zentralvorstand der GGG entscheidet im Juli unter dem Namen „Schwerkranke Nahe Sein“ einen Begleitdienst für schwer kranke Menschen und ihre Angehörigen aufzubauen. Das Ausbildungskonzept wird von Peter Lack verfasst.

 

Im September findet der erste Informationsabend zum Thema „Schwerkranke und Sterbende begleiten“ statt. Über 100 interessierte Personen wollen am ersten Ausbildungskurs der rund 40 Stunden inkl. Praxisphase umfasst, teilnehmen. Die Fortbildung wird von Peter Lack und Johanna Löffel (Basel Lighthouse) geleitet.

 

DozentInnen des Berner Projekts „Schwerkranken Nahe Sein“ übernehmen kurzfristig weitere Kurse in Basel. Die Projektgruppe wird erweitert.

 

1998

Es finden vier weitere Ausbildungskurse für freiwillige Begleiterinnen und Begleiter statt.

 

Der Name wird geändert und lautet „Schwerkranke Begleiten“ und als A-Projekt von der GGG angenommen.

 

Aufgrund des Arbeitsanfalls ein Sekretariat eingerichtet und Sandra Adé-Voegelin ist ab 15. August als erste Koordinatorin für den Begleitdienst und die Voluntas-Beratung.

 

1999

Es werden vier Ausbildungskurse für freiwillige BegleiterInnen durchgeführt.

 

Die Vermittlungsstelle für qualifizierte Begleiterinnen nimmt im Sommer ihre Tätigkeit auf. Es stehen 11 Freiwilligen zur Verfügung.

 

Voluntas GGG bietet neu eine Bestattungsverfügung an, die in Zusammenarbeit mit dem Friedhof am Hörnli erarbeitet wurde.

 

Eine grosse Werbeaktion zur Voluntas-Patientenverfügung wird durchgeführt.

 

Aufgrund der grossen Nachfrage im Begleiten-Bereich wird zusätzlich zur Stelle der Koordinatorin ein Projektleitungsauftrag erteilt. 100 Personen haben bisher an den Kursen teilgenommen.

 

2000

Das Beratungsangebot von Voluntas GGG wird erweitert.

 

Die Zusammenlegung vom Projekt „Schwerkranke Begleiten“ und „Voluntas GGG“ wird beschlossen. Der Name lautet „GGG Begleiten | Voluntas“. Präsident ist Hansruedi Stoll, MSc.

 

2002

Es wird eine neue Geschäftsstelle von „GGG Begleiten | Voluntas“ mit Seminarräumen an der Leimenstrasse 76 bezogen. Peter Lack wird Geschäftsleiter.

 

Das Ausbildungskonzept "Begleiten" wird überarbeitet und gängigen Standards angepasst. Die erste Durchführung ist im Herbst 2002 und stösst auf grosse Resonanz.

 

2003

Die erste Website www.begleiten-voluntas.ch wird erstellt.

 

Die Nachfrage nach Begleitungen ist gross, GGG Begleiten | Voluntas investiert viel Zeit in die Ausbildung und die Auswahl von freiwilligen Begleiterinnen.  

 

Die Begleitstunden steigen gegenüber dem Vorjahr um fast 70%. Auch das Interesse an der Beratung zu Patientenverfügungen nimmt stetig zu.

 

200 Personen nehmen an Bildungsveranstaltungen zum Thema "Menschen begleiten bei Krankheit, Trauer und Sterben" teil.

 

2004

Der Grundkurs „Begleiten“ wird in diesem Jahr viermal durchgeführt und von 85 Personen absolviert. Der Kreis der BegleiterInnen umfasst rund 30 Personen und es werden über 2000 Einsatzstunden geleistet.

 

Die Koordination der Beratenden und der Begleitenden wird aufgeteilt und eine zusätzliche Mitarbeiterin eingestellt.

 

Das Beratungsangebot zur Patientenverfügung wird den aktuellen Erkenntnissen angepasst und im Sommer neu lanciert. Neue Beratende werden ausgebildet und eine neue Informationsbroschüre erstellt.

 

Es wird das Leitbild erarbeitet.

 

Der bisherige Name „GGG Begleiten | Voluntas“ wird geändert zu „GGG Voluntas“.

 

2005

Erste Gespräche mit dem Schweizerischen Roten Kreuz und dem Sekretariat der Rotkreuz-Kantonalverbände bezüglich einer Kooperation zum Thema Patientenverfügung finden statt.

 

Der Geschäftsleiter von GGG Voluntas veröffentlicht in der Schweizerischen Ärztezeitung einen Fachbeitrag über die individuelle und im Beratungsgespräch erstellte Patientenverfügung als Werteklärungs- und Kommunikationsinstrument.

 

Die Nachfrage nach den Diensten der freiwilligen Begleiterinnen nimmt weiter zu. Die Gesamtzahl der geleisteten Einsätze erreicht 2500 Stunden.

 

Es wird eine umfassende Organisationsentwicklung durchgeführt und Strukturen, Finanzierung und Stellenplan angepasst.

 

2006

Die Projektzusammenarbeit mit dem Schweizerischen Roten Kreuz startet. Fünf Kantonalverbände des Schweizerischen Roten Kreuzes entscheiden sich, das Beratungskonzept von GGG Voluntas zur individuell erstellten Patientenverfügung zu übernehmen.

 

Der Geschäftsleiter von GGG Voluntas wird mit dem Vorsitz der ethischen Subkommission „Patientenverfügung“ der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften beauftragt.

 

Die neue interne Organisation mit zwei Bereichsverantwortlichen "Begleitung" und "Beratung" wird auf den 01. August eingeführt.

 

Das Angebot des Begleitdienstes wird überarbeitet und den sich wandelnden Bedürfnissen der Klientinnen und Klienten angepasst. Unter anderem werden neu Nachteinsätze angeboten.

 

Ein neues Erscheinungsbild wird erarbeitet.

 

Die Projektgruppe „Basler Patientenverfügung“ nimmt unter der Leitung von GGG Voluntas ihre Arbeit auf. Ziel ist ein gemeinsames Angebot von Medizinischer Gesellschaft Basel MedGes, Universtitätsspital und GGG Voluntas.

 

2007

Mit Blick auf die Verbindlichkeit der Patientenverfügung durch das geplante Erwachsenenschutzgesetz nimmt GGG Voluntas neu alle zwei Jahre Kontakt auf mit Mandantinnen und Mandanten und erinnert an die Überprüfung der Patientenverfügung.

 

Die Informationsbroschüre zum Begleitdienst wird dem neuen erweiterten Angebot des Begleitdienstes angepasst.

 

Die Rotkreuz-Kantonalverbände Aargau, Luzern und Zug starten mit dem Beratungsangebot zu Patientenverfügungen und weiteren Vorsorgeverfügungen.

 

Die Website www.ggg-voluntas.ch wird vollkommen überarbeitet und neu lanciert. Interessierte werden regelmässig über einen E-Newsletter informiert.

 

2008

Das neue Bildungsangebot "Begleitung" in modularer Form wird lanciert und wird sehr positiv aufgenommen.

 

In den Rotkreuz-Kantonalverbänden Glarus uind Graubünden wird nun auch nach dem Modell von GGG Voluntas zur Patientenverfügung beraten.

 

Der Entwurf der medizin-ethischen Richtlinien und Empfehlungen „Erstellen von Patientenverfügungen und Umsetzung im medizinischen Alltag“ der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften SAMW liegt vor.

 

2009

Die Basler Patientenverfügung wird lanciert und der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Peter Lack beendet seine Tätigkeit als Geschäftsleiter auf Ende Februar. Nicola Stingelin-Giles übernimmt vom 01. März bis 30. November 2009 die Aufgabe als Geschäftsleiterin und Bereichsleiterin Beratung.

 

2010

Am 1. Februar übernimmt Frau Isabel Zimmermann die Geschäftsleitung der GGG-Voluntas.